Was ist Achtsamkeit?

Prof. Dr. Verena Briner, FRCP
Prof. Dr. Verena Briner, FRCP
Healthy Lifestyle
Burnout, Depressionen, Angstzustände und Erschöpfung - psychische Erkrankungen treten immer häufiger auf. Es ist daher wichtig, geeignete Techniken zu kennen, um etwas Gutes für sich selbst zu tun.

Eine der beliebtesten Methoden ist Achtsamkeit. Aber was ist es?

"Die kleinen Dinge? Die kleinen Momente? Sie sind nicht klein."

Dies ist eine bekannte Redewendung des Achtsamkeitspapstes Jon Kabat Zinn. Der emeritierte Professor der medizinischen Fakultät der Universität von Massachusetts in Worcester unterrichtet Achtsamkeitsmeditation und hat einen Trend ausgelöst, der nicht nur für alte Hippies und alternative Lebensformen interessant ist. Achtsamkeit ist nicht esoterisch und nicht psychisch. Eine vernünftige, logische, strenge Person zu sein widerspricht überhaupt nicht dem Konzept der Achtsamkeit.

Vor allem in der hektischen modernen Berufswelt profitiert man von Achtsamkeit. Angst, Stress und eine ungesunde Work-Life-Balance beeinträchtigen oft das Wohlbefinden. Ob nach dem Konzept der Meditation oder nicht - Achtsamkeitsübungen bekämpfen aktiv häufige Auslöser von Burnout und anderen Stressstörungen.

 

Achtsamkeit - WAS IST DAS?

Achtsamkeit ist in ihrer kürzesten Definition eine besonders aktive Form des Bewusstseins. In einer Achtsamkeits- oder Meditationsübung sollten innere und äußere Erfahrungen mit achtsamer Aufmerksamkeit und ohne Wertung oder Vorurteile wahrgenommen werden. Dazu gehören Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen, aber auch die Umwelt, ihre Geräusche, Gerüche und gegebenenfalls andere Menschen. Die Idee der Achtsamkeitsmeditation ist es, einen gegenwärtigen Moment zu haben und die Welt und die Dinge darin wahrzunehmen, ohne sie in Kategorien von Falsch und Richtig zu klassifizieren.

Auf diese Weise kann Stress abgebaut und Entspannung erreicht werden, indem der Bewertungsdruck und die allgemeinen Umstände verringert werden. Sobald alles in seiner Essenz akzeptiert ist, ist es einfacher, einen gesunden Weg zu finden, um damit umzugehen. Dies gilt sowohl für berufliche als auch für private Belange sowie für negative Einflüsse wie Krankheit, Trennung oder negative Gefühle.

Achtsamkeit wird häufig in Meditationen, Yoga und ähnlichen Übungen, aber auch zur Therapie eingesetzt. Gleichzeitig ist die Technik längst im Geschäft angekommen und gilt als eines der Hype-Themen im Big Business. Apps, Coaching-Angebote und Achtsamkeitszonen in Büros sprießen wie Pilze aus dem Boden. Für Puristen, die ihrer Definition möglicherweise widersprechen, ist die Beachtung des Themas Achtsamkeitsmeditation jedoch ein Erfolg im Kampf gegen viele Krankheiten und den Alltagsstress vieler Menschen.

Es hat viele positive Wirkungen, zu meditieren und aufmerksam zu sein. Es hilft, den Stress abzubauen und Krankheiten wie Burnout, Depressionen und Angstzustände können damit bekämpft werden. Menschen, die regelmäßig und ernsthaft Achtsamkeitsübungen wie Atmen und Meditieren praktizieren, sind in der Regel zufriedener mit sich selbst und weniger abhängig von ihrer Umgebung. Sie sind daher besser in der Lage, mit Ablehnungen, Konflikten und anderen Problemen umzugehen.

 

 

WIE funktioniert das DAS?

Einer der großen Vorteile der Achtsamkeitspraxis ist, dass sie jederzeit und in praktisch jeder Situation verfügbar ist. Achtsamkeit wirkt in längeren Übungen und Meditationen, aber auch in kleinen Momenten. Sie können sich beispielsweise bewusst Zeit nehmen, um einen Anruf anzunehmen, wenn das Telefon klingelt, anstatt sofort den Hörer abzunehmen.

Es gibt grundsätzlich keine besseren oder schlechteren Methoden. Es ist wichtig, offen mit der Sache umzugehen und herauszufinden, was am besten zu Ihnen passt. Das Wesen und die Wirkung von Achtsamkeitsmeditation und dergleichen kann nur dann wirklich verstanden werden, wenn man sie praktiziert, indem man einen gegenwärtigen Moment hat.

Eine der bekanntesten Achtsamkeitsübungen ist beispielsweise der Bodyscan, der übrigens auch durch Jon Kabat-Zinn in die Welt der Meditation und des Yoga gebracht wurde. Beim Bodyscan geht es um das innere, bewusste Abtasten des eigenen Körpers. Langeweile kann dabei ebenso auftreten wie unangenehme Empfindungen. Dies ist ganz normal und ein wichtiger Teil der Übung. Die Idee ist, auch negative Gedanken als gleichwertig zu akzeptieren und sie nicht wertend zu konfrontieren. Das mag seltsam und schwierig klingen, ist aber auch eine wichtige Fähigkeit im beruflichen Alltag. Denn nicht immer läuft alles nach Plan.

Im Allgemeinen ist Entspannung nur eine angenehme Nebenwirkung des Prozesses in den meisten Achtsamkeitspraktiken, obwohl es eine angenehme Nebenwirkung ist. Das primäre Ziel der Technik ist jedoch nicht die Entspannung, sondern die Wahrnehmung, ohne zu urteilen.

Vielen Menschen fällt es jedoch schwer, im Alltag Zeit für sich zu finden. Aber gerade in stressigen Zeiten ist es wichtig, nach innen zu schauen. Es kann daher hilfreich sein, während eines Urlaubs oder einer Kur bewusst die Bremsen zu betätigen. Im Waldhotel bieten wir zum Beispiel das Programm Mindfulness Pro an. Ziel ist es, mit professioneller und erfahrener Hilfe Ihr Ruhepotential auszuloten und Ihr Gleichgewicht wiederzufinden. Gleichzeitig ist es wichtig zu lernen, wie Sie in Ihrem Alltag Entspannung und Ruhe finden.

 

Achtsame Momente im Alltag und bei der Arbeit

Mit ein wenig Routine und Achtsamkeit lassen sich die Achtsamkeitsübungen sehr gut in den Alltag integrieren. Selbst stressige und zeitraubende Berufe können mit verschiedenen Methoden und einigen wenigen gegenwärtigen Momenten gut unterstützt werden.

Eine gute Möglichkeit ist, morgens vor dem Aufstehen eine Achtsamkeitsübung im Bett zu machen. Viele Menschen beginnen den Tag bereits gestresst und unwillig und es fällt ihnen schwer, diese Stimmung im Laufe des Tages loszuwerden. Aber Sie können etwas dagegen tun. Besonders geeignet sind Atemübungen oder ein Bodyscan, der im Liegen oder im Sitzen durchgeführt werden kann. Sie können helfen, den Tag mit vollem Bewusstsein zu beginnen und die Herausforderungen des Tages auf der Grundlage eines zufriedenen und stabilen Zustands zu meistern.

Die Mittagspause ist auch eine gute Zeit, um einen Moment innezuhalten. Ob Sie sich Zeit nehmen und die Mahlzeit verkürzen oder sich auf fünf bis zehn Minuten beschränken, liegt natürlich ganz bei Ihnen. Abhängig von Ihrem Stresslevel und den gewählten Übungen können beispielsweise einige Minuten bewusstes Atmen helfen. Und oft sind Kollegen auch an Achtsamkeitsübungen interessiert - vielleicht können Sie sich zusammensetzen oder einer bestehenden Gruppe beitreten?

Aber auch abgesehen vom professionellen Tempo haben Sie immer die Möglichkeit, eine kleine Pause in Ihrem Alltag einzulegen und einen Moment bewusst zu pausieren. Manchmal reicht es aus, eine Aktivität für fünf Minuten zu unterbrechen und eine einfache Übung durchzuführen. Es ist nicht so entscheidend, ob es sich dabei um eine achtsame Atmung oder nur um eine bewusste Pause handelt. Es ist wichtiger, achtsames Bewusstsein ohne weitere Bewertung zu üben und zu reflektieren.

Darüber hinaus können alltägliche Aktivitäten wie das Bügeln, Aufräumen oder Zubereiten von Kaffee für einfache, kurze Achtsamkeitspraktiken und einen gesunden gegenwärtigen Moment verwendet werden. Die langsame, bewusste und konzentrierte Ausführung ohne Bewertung kann beruhigend und entspannend wirken. Es ist jedoch wichtig, zumindest für den Anfang nicht zu komplexe Aufgaben zu erledigen. Versuchen Sie immer die Kontrolle über Ihre Gefühle zu haben und achten Sie auf Ihre Atmung.

Egal wann und wie: Achtsamkeit kann ein guter Freund sein, wenn die Zeiten stressig sind und Ihr volles Bewusstsein benötigt wird.